„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!“

Was für ein wunderbares, vertrauensvolles Gebet von Jesus unmittelbar vor seinem Hinschied. Den Geist, die innerste, tiefste Verbindung mit Gott, in die Hände des Vaters zu legen. Jesus kennt diese Hände. Wer kennt sie besser als er?! Er wusste, wie liebevoll, tragend und sanft diese Hände sind … welche Geborgenheit sie einschliessen. Jesus nennt Gott Abba. Und es ist kein Zufall, dass Jesus diese ganz und gar neue Anrede wählt. Wie du jemand anredest, verdeutlicht, wie du diese Person siehst und wie du zu ihr stehst.

Abba ist die Kose-Form, die Zärtlichkeitsform von Vater. Es hat nie ein Jude Gott mit Abba angeredet. Das ist viel zu familiär. Das ist sehr intim, sehr vertraut, da kannst du loslassen und dich bedingungslos anvertrauen, weil du weisst, in welche Hände du fällst. „Komm in aller Frei-mut vor Gott!“ Du musst dich nicht verstellen! Du brauchst nicht schüchtern zu sein! Sei unbeschwert! Du kannst Gott so lieben, wie du bist, weil er dich liebt, so wie du bist! Du kannst dich frei und spontan verhalten. Also wenn du zu Gott Abba redest, kannst du ganz dich selber sein. Da musst du niemandem und schon gar nicht ihm etwas vormachen.

Der Grund aller Wirklichkeit ist etwas Zärtliches. Du kannst dich verstanden fühlen. Da kannst du Urvertrauen entwickeln. Also das Wort Abba steht eigentlich schon für alles. Man könnte sagen: Menschen aller Völker aller Kulturen begreift Abba! Dann habt ihr alles begriffen. Im Weltgericht zeigt sich Abba. Alles, was zum christlichen Glauben gehört, ist von Abba her zu verstehen. Das ist der Schlüssel!