Das grosse Festessen

Jesus erzählt ein Gleichnis. Einmal gab ein Mann ein Festmahl und lud viele Leute ein. Doch sie kamen nicht, sie waren anderweitig beschäftigt. Der Hausherr wurde zornig, weil sein grosses Herz überfloss. Alle sagen ab und entschuldigen sich. Ein tiefer Schmerz für einen grosszügigen Gastgeber. Doch anstatt sich verbittert in sein Haus zurückzuziehen, öffnet er die Tür seines Hauses noch weiter.

Sein Auftrag an seinen Knecht: „Geh schnell hinaus auf die Strassen und Gassen der Stadt und bring die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein.“ Und der Knecht ging hinaus, um die einzuladen, die am Rande der Gesellschaft waren und nichts zu bringen hatten als sich selbst. Sie alle kamen! Und es hatte immer noch Platz im Haus.

Was ordnet der Hausbesitzer an? „Geh hinaus auf die Landstrassen und an die Zäune und dränge sie hereinzukommen, damit mein Haus voll wird!“ Ein volles Haus, das wünscht sich der gute Hausherr. Er will, dass jeder freie Platz besetzt ist und jeder in den Genuss seines Mahles kommt. Die Gäste sollen sich freuen und geniessen, auf Kosten des Gastgebers – das ist die Absicht des Hauseigentümers.

Das Gleichnis zeigt unterschiedliche Reaktionen auf die Einladung zum Fest. Für die einen hat der Alltag (Geschäft, Handel und Familie) oberste Priorität. Die Bedeutung des Festes für das eigene Leben ist noch nicht im Bewusstsein der erstgeladenen Gäste – nämlich, dass alles, was sie sind, haben und tun mit den gütigen Händen dieses Gastgebers verknüpft ist. Die zweit- und drittgeladenen lassen sich in die Gemeinschaft der Feiernden führen. Sie gewinnen beim Festmahl das Glück sich selbst zu finden in der Gegenwart des besten Hausherrn, den es gibt.