Ich glaube, weil es unmöglich ist …

„Credo, quia impossibile.“ Das sagte Tertullian (der christliche lateinische Schriftsteller, Anfang des 3. Jahrhunderts). „Ich glaube, weil es unmöglich ist, solches selbst auszudenken.“ Er meinte damit, wie Gott Geschichte schreibt mit der Geschichte des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Soweit reicht die religiöse Fantasie nicht.

Gott bleibt – im Vater – verborgener Urgrund. Zugleich aber ist er – im Sohn – die in der Geschichte wahrhaft anwesende unendliche Liebe. Und er bleibt nicht nur im Sohn fixiert, sondern giesst sich selbst – im Heiligen Geist – durch die Geschichte hindurch in die Herzen der Menschen aus. Der Gott, der Vater, Sohn und Geist ist, umfasst schlechthin alles.

Schon mehrmals habe ich mir überlegt: Hätte Gott sein Dasein, seine Liebe mehr zeigen können als auf diese Art? Hätte Gott mehr geben können als seinen Sohn und seinen Heiligen Geist? Ich habe mir bis heute nichts Grösseres ausdenken können. Und weil es so ist, sitze und stehe ich immer wieder staunend und sprachlos vor diesem Geheimnis, das soweit gelüftet wurde, dass jeder Mensch den Duft dieser unendlichen Liebesgeschichte einatmen kann.

Und wenn diese Luft, dieser Duft durch meine Nase in meine Lunge gelangt, dann fängt mein Herz an zu danken. Zu danken für das, was ich nicht denken kann. Zu danken für das, was ich sehen, hören und spüren kann. Zu danken für das, was ich riechen und schmecken kann. Zu danken für das, was ich mitdenken kann, was Gott sich ausgedacht hat. Und wenn ich nur ein ganz kleines Bisschen vom Ganzen verstehe: Es ist genug, damit mein Herz anfängt zu singen und zu frohlocken. Mehr braucht es nicht.