So spricht Gott sein Ja

«So spricht Gott sein Ja, stirbt unser Nein.» So heisst der Refrain eines Kirchenliedes. Gott gibt uns auf vielfältige Weise sein ‘Ja-Wort’. Ein Ja in guten und schlechten Zeiten. Ein Ja, wenn mir etwas gelungen ist und ein Ja, wenn mir etwas misslungen ist. Ein Ja, wenn mir gar nichts gelungen und gar nichts misslungen ist – dann, wenn ich einfach nur bin. Oder noch früher: Bevor du überhaupt warst im Mutterleib, da warst du schon in den Augen Gottes. Gott hat nicht nur ein Auge auf dich geworfen, sondern beide. Und mit seinen Händen hat er dich kreiert in einer absoluten Einmaligkeit, so dass jeder Vergleich eine Beleidigung wäre.

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Du bist geliebt

Du bist geliebt, längst bevor dich deine Eltern, Bezugspersonen, Freunde, Partner und Kinder geliebt haben. Das ist die grundlegende Wahrheit des Lebens. Das ist die elementare Wahrheit, auf die wir unser Lebenshaus bauen können. Da ist eine Stimme, die zu dir spricht: «Ich habe dich je und je geliebt!» Diese Stimme kann unser Leben verändern und sie relativiert so viele andere Stimmen, die uns tagtäglich und nachtnächtlich begegnen.

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Schönheit und Liebe

Der russische Dichter Fjodor M. Dostojewskij war überzeugt, dass die Welt von der Schönheit gerettet wird. In seinem Roman „Der Idiot“ fragt der Atheist Ippolit den Fürsten Myschkin, ob es wahr sei, dass die die Schönheit die Welt erlösen werde. Ippolit hingegen behauptet, dass der Fürst „auf so sinnige Gedanken bloss kommt, weil er verliebt ist“.

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Angst und Vertrauen

Es gibt extrem viele und gute Gründe Angst zu haben. Fast alles ist unsicher. Die Lösung ist nie: Es gibt keinen Grund Angst zu haben. Vertrauen ist nicht das Gegenteil von Angst. Vertrauen ist die Bereitschaft, die Angst zu ertragen, der Angst nicht auszuweichen. Vertrauen ist die Bereitschaft zur Angst. Vertrauen ist, die Unsicherheit zu akzeptieren. Vertrauen ist ein Leben jenseits mathematischer Berechenbarkeit. Vertrauen bedeutet Schritte tun, bei denen du nicht durchrechnen kannst, was alles daraus folgen wird. Vertrauen ist nicht das Gegenteil von Angst, sondern leben trotz Angst, mit Angst, in Angst, aber im Bewusstsein, dass das Vertrauen, der Mut, die Zuversicht das entscheidend Grössere und Tragende ist.

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Wenn Veränderung geschieht …

Aus dem Buch von Anthony de Mello, Warum der Vogel singt: „Jahrelang war ich neurotisch. Ich war ängstlich, depressiv und selbstsüchtig. Und jeder sagte mir immer wieder, wie neurotisch ich sei. Ich wollte mich ändern, aber ich brachte es nicht fertig, so sehr ich mich auch bemühte. Was mich am meisten schmerzte, war, dass mein bester Freund mir auch immer wieder sagte, wie neurotisch ich sei. Auch er wiederholte immer wieder, ich sollte mich ändern. Auch ihm pflichtete ich bei. Ich fühlte mich so machtlos und gefangen. Dann sagte er eines Tages: „Ändere dich nicht. Bleib, wie du bist. Es ist wirklich nicht wichtig, ob du dich änderst oder nicht. Ich liebe dich so, wie du bist. So ist es nun einmal.“ Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren: „Ändere dich nicht, ändere dich nicht … ich liebe dich.“ Ich entspannte mich, ich wurde lebendig, und Wunder über Wunder, ich änderte mich! Jetzt weiss ich, dass ich mich nicht wirklich ändern konnte, bis ich jemanden fand, der mich liebte, ob ich mich nun änderte oder nicht … .“

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Wenn alles offen liegt …

Der Schriftsteller Heinrich Zschokke (gest. 1848) hatte eine eigentümliche Gabe. Dann und wann, wenn er einem fremden Menschen ins Angesicht sah, enthüllte sich ihm wie durch ein zweites Gesicht die Vergangenheit dieses Menschen. Eines Tages kehrte dieser Mann im Gasthof zum Rebstock in Waldshut ein, wo zwei Fremde sich eben über Eigentümlichkeiten der Schweizer lustig machten. Ein junger Mann, der ihm gegenüber sass, trieb den ausgelassensten Witz. Da erwachte in Zschokke die Gabe des inneren Gesichts, also dass das Leben dieses jungen Mannes an ihm vorüberging. Nun wandte sich Zschokke an ihn mit der Frage, ob er ihm ehrlich antworten werde, wenn er ihm das Geheimste aus seinem Leben mitteilen würde, obwohl er ihn noch niemals gesehen habe. Jener versprach es. Und nun erzählte Zschokke, was er innerlich gesehen hatte und die ganze Tischgesellschaft erfuhr die Geschichte des jungen Kaufmanns, seiner Lehrjahre, seiner kleinen Verirrungen und eine von ihm begangene Verfehlung an der Kasse seines Meisters.

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Wüstenwanderung

Extreme Hitze und Wassermangel kennzeichnen eine Trockenwüste. Der Durst ein ständiger Begleiter. An einem solchen Ort gibt es keine Ablenkung, keine Zerstreuungs- und Spasskultur, dafür gibt es existentiellen Mangel (die Härte der Realität). Die Orientierung und der Durchblick geraten ins Wanken – ein Gefühl, sich mehrmals im Kreis zu drehen. In dieser ungeheuren Weite, wo kein Weg (Ausweg) sich zeigen mag, kann es sehr eng werden und sich elend anfühlen – als wäre man ganz auf sich alleine gestellt.

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Eine Liebeserklärung …

Aus dem Kirchengesangbuch (6 Strophen):

O lieber Jesu, denk ich dein, strömt Glück in meine Seele ein. Doch meine höchste Freude ist, wenn du, o Jesu, bei mir bist.

Kein Lied so sehr zu Herzen dringt, kein Klang, kein Ton so lieblich klingt, kein Name bringt so reichen Lohn als Jesus Christus Gottes Sohn.

Du tröstest den, der Busse tut, gibst dem, der bittet, neuen Mut. Dich suchen nimmt von uns das Leid, dich finden, welche Seligkeit.

Kein Wort, o Jesu, würdig preist, die Güte, die du uns erweist. Nur wer sich ganz in dich versenkt, verspürt, was deine Liebe schenkt.

O Jesu, der uns Freude bringt, Licht, das uns Gottes Liebe zeigt, die alles Sehnen übersteigt.

Du unser Glück in dieser Zeit, du Sonne unserer Ewigkeit, in dir erstrahlt der Gottheit Schein, lass uns mit dir verherrlicht sein.

Während ich dieses jahrhundertealte Lied auf mich wirken lasse, werde ich an ein Buch erinnert: ,Phänomen Nahtod‘ von Walter Meili (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie). Dort erzählt eine Frau (Betty Eadie) von ihrer Nahtoderfahrung:

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Ich glaube, weil es unmöglich ist …

„Credo, quia impossibile.“ Das sagte Tertullian (der christliche lateinische Schriftsteller, Anfang des 3. Jahrhunderts). „Ich glaube, weil es unmöglich ist, solches selbst auszudenken.“ Er meinte damit, wie Gott Geschichte schreibt mit der Geschichte des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Soweit reicht die religiöse Fantasie nicht.

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Das grosse Festessen

Jesus erzählt ein Gleichnis. Einmal gab ein Mann ein Festmahl und lud viele Leute ein. Doch sie kamen nicht, sie waren anderweitig beschäftigt. Der Hausherr wurde zornig, weil sein grosses Herz überfloss. Alle sagen ab und entschuldigen sich. Ein tiefer Schmerz für einen grosszügigen Gastgeber. Doch anstatt sich verbittert in sein Haus zurückzuziehen, öffnet er die Tür seines Hauses noch weiter.

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