Bedingungslose Liebe (1)

Aus ‚Warum der Vogel singt‘, Anthony de Mello

„Jahrelang war ich neurotisch. Ich war ängstlich, depressiv und selbstsüchtig. Und jeder sagte mir immer wieder, wie neurotisch ich sei. Ich wollte mich ändern, aber ich brachte es nicht fertig, so sehr ich mich auch bemühte. Was mich am meisten schmerzte, war, dass mein bester Freund mir auch immer wieder sagte, wie neurotisch ich sei. Auch er wiederholte immer wieder, ich sollte mich ändern. Auch ihm pflichtete ich bei. Ich fühlte mich so machtlos und gefangen.

Dann sagte er eines Tages: „Ändere dich nicht. Bleib, wie du bist. Es ist wirklich nicht wichtig, ob du dich änderst oder nicht. Ich liebe dich so, wie du bist. So ist es nun einmal.“

Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren: „Ändere dich nicht, ändere dich nicht … ich liebe dich.“ Ich entspannte mich, ich wurde lebendig, und Wunder über Wunder, ich änderte mich! Jetzt weiss ich, dass ich mich nicht wirklich ändern konnte, bis ich jemanden fand, der mich liebte, ob ich mich nun änderte oder nicht … .“

Gott ist die Liebe

Wer ist Gott? Wie ist Gott? Da könnte man nun stundenlang philosophieren und theologisieren. Die kürzeste Antwort findet sich im ersten Johannes-Brief (1. Joh 4,7): „Gott ist die Liebe.“ Umgekehrt: Die Liebe ist Gott. Gott identifiziert sich ganz und zu hundert Prozent mit der Liebe. Es heisst nicht, Gott ist auch die Liebe. Es heisst auch nicht, Gott ist die Liebe und … oder Gott ist die Liebe, aber … . Kein Aber, kein Und. Gott ist die Liebe.

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Heimkehr (2)

Wir befinden uns in einem Ausschnitt des Buches ‚Erlöstes Dasein‘ von Ladislaus Boros – am Ende unseres irdischen Lebens, am Anfang eines neuen Zustandes: „Ich stehe jetzt Aug in Aug mit dem auferstandenen Herrn. Alles um mich herum und in mir ist nun gänzlich durchsichtig auf ihn geworden ist. Auf diesen Moment habe ich insgeheim während meines ganzen Lebens gewartet. Ich spreche nun das einzige Wort aus, das meiner Liebe noch möglich ist und das mein ganzes Leben, die Träume der Menschheit und die Sehnsucht des Universums zusammenfasst: Du.

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Wie im Himmel so auf Erden

Die Erde ist randvoll mit Himmel (sagte eine Dichterin im 19. Jahrhundert).

Der Himmel ist ein Bild von Gottes Gegenwart. Da ist es tröstlich, dass über uns der Himmel ist. Die Wolken sind ,darunter‘. Wenn sie in dichten und dunklen Formationen daherkommen, machen sie es uns nicht leicht den Himmel zu sehen. Sie können den Blick auf den Himmel trüben, aber nie den Himmel wegnehmen. Doch am Ende müssen alle Wolken wegziehen und dem Himmelblau Platz machen, damit das Reich Gottes durch nichts mehr aufgehalten und gestört werden kann.

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