Gelegentlich mag es scheinen, als wäre Gott fern. Manche Menschen verwirrt der Eindruck, Gott würde mit einem Mal schweigen. Sollte das Vertrauen des Glaubens darin bestehen, auch dann ein Ja zur Liebe Gottes zu sagen, wenn in uns solch tiefes Schweigen herrscht? Der Glaube ist wie ein Schritt des Vertrauens, den man im Lauf des Lebens tausendfach tut. Weil Gott bedingungslos liebt, ist es möglich ihm bedingungslos zu vertrauen. In dieser Liebe bedeutet Schweigen stilles Dasein, aufmerksames Hinhorchen, sehnsüchtiges Warten und inniges Mitfühlen mit den Schwachheiten.
Gott wohnt in den verletzten Räumen deines Lebens
Paulus spricht davon, dass wir den Schatz der göttlichen Liebe in irdenen Gefässen tragen (in unserem Körper). Nur wenn wir uns dieser Zerbrechlichkeit immer wieder bewusst werden, und sei es durch die schmerzliche Erfahrung von körperlichen oder seelischen Verletzungen, Niederlagen und Verlusten, können wir die Wahrheit unserer Existenz leben: Dass nämlich das Übermass der Liebe, das wir brauchen, einzig von Gott kommt. Dass unsere Kraft begrenzt ist und wir auf die grenzenlose Kraft angewiesen bleiben, die uns von Gott her zufliessen kann.
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Sich verlieben in Gott?
Der Autor, Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller schreibt: Wir können Gott nicht kennenlernen, ohne uns in Gott zu verlieben.
Der Name Gottes ist Barmherzigkeit
‚Sei dann ein bisschen barmherzig!‘ Vielleicht hast du diesen Zuruf auch schon gehört, wenn es darum ging, jemandem (zum Beispiel den Kindern) nicht mit der Waffe der Strenge zu begegnen, sondern mit dem Heilmittel der Barmherzigkeit.
Wenn nur noch die Dankbarkeit übrig bleibt
Ein Gebet aus dem Kirchgesangbuch:
„Gott, mein Gott, wie kurz bemessen war die Zeitspanne von meiner Kindheit bis zum heutigen Tag! Wie nahe zusammengerückt sind die Jahre meines Lebens in meiner Erinnerung! Mir ist, als hätte ich alles durchmessen, was Menschendasein ausmacht: Freud und Leid, Hoffnung und Verzweiflung, Geborgenheit und Verlassensein, Sinnerhelltes und Unbegreifliches, Angst und Vertrauen. Was bleibt, wenn ich alles überschaue, ist die Dankbarkeit für alles Schöne, für alles, was gelang, aber auch für Ungeheiltes, für Bestürzung über manches Versagen. Doch wie die Abendsonne alles in ihr mildes Licht taucht, so legt sich über das Gewesene der tröstende Glanz des Friedens. Mit dir gehe ich Hand in Hand in die Dämmerung, die nun herabsinkt, dem Licht entgegen, dem keine Dunkelheit mehr sich nahen kann.“
Gott hat Lust an dir …
Gott hat Lust an dir, darum bist du! Gott hat dich nicht gemacht, weil er musste, sondern weil er wollte!
Die Lust Gottes ist das, was mich lebendig macht, wegen der Lust Gottes bin ich überhaupt da. Der Wille Gottes, die Lust Gottes an meinem Dasein ist die eigentliche Lebensenergie. Das Empfinden der Lust Gottes an meinem Leben führt mich zur Dankbarkeit, zum Staunen, zur Zuversicht, zum Glauben, zur Selbstannahme.
“Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!”
Was für ein wunderbares, vertrauensvolles Gebet von Jesus unmittelbar vor seinem Hinschied. Den Geist, die innerste, tiefste Verbindung mit Gott, in die Hände des Vaters zu legen. Jesus kennt diese Hände. Wer kennt sie besser als er?! Er wusste, wie liebevoll, tragend und sanft diese Hände sind … welche Geborgenheit sie einschliessen. Jesus nennt Gott Abba. Und es ist kein Zufall, dass Jesus diese ganz und gar neue Anrede wählt. Wie du jemand anredest, verdeutlicht, wie du diese Person siehst und wie du zu ihr stehst.
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Gott ist nie anders, als er sich in Jesus Christus gezeigt hat …
Jesus Christus ist das vollkommene Abbild von Gottes Herrlichkeit! Der unverfälschte Ausdruck seines Wesens. Wer Jesus sieht, sieht Gott!
Philippus (ein Jünger von Jesus) sagt einmal zu Jesus: „Zeige uns den Vater!“ Und Jesus antwortet: „Philippus, schon so lange bin ich bei euch und du hast mich noch nicht erkannt. Wer mich sieht, der sieht den Vater!“
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Wenn sich der Himmel öffnet, dann erscheint Jesus Christus …
Die Erscheinung von Jesus Christus lässt alles andere verblassen. Sie zeigt uns, dass es nur ein Machtzentrum gibt im Himmel und auf Erden (Monismus). Jesus sagt es so am Ende des Matthäus-Evangeliums: „Mir ist gegeben ALLE Macht im Himmel und auf Erden!“ Das vermittelt uns, dass Satan (das Böse) kein eigenständiges Machtzentrum hat. Wer Satan gross macht, Angst verbreitet, der kommt tatsächlich in Teufels Küche. Darum ruft uns Gott durch die Bibel an jedem Tag fürsorglich, einfühlsam und kräftig zu: „Fürchte dich nicht!“ Und Jesus lehrt uns im ‚Unser Vater‘ beten: „Erlöse uns von dem Bösen!“ Von dem Bösen in mir.
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Wenn die Liebe unwiderstehlich wird …
Frau A. erzählte mir neulich in einem berufsbezogenen Kurs. Eine ‚unausstehliche‘ Mitarbeiterin wurde ihr zugeteilt für die Arbeit zu zweit (über einen längeren Zeitraum). Alle anderen haben sich an ihr ‚die Zähne ausgebissen‘. Nun war Frau A. an der Reihe. Sie war dafür bekannt, dass sie mit ihrer offenen, einfühlsamen Art den Zugang zu den schwierigsten und unangenehmsten Menschen fand. So war es auch in diesem Fall. Aus der ‚unausstehlichen‘ Mitarbeiterin wurde eine liebenswürdige, kooperative Arbeitskollegin. Die Anziehungskraft, Veränderungskraft und Unwiderstehlichkeit der Liebe!
