Wüstenwanderung

Extreme Hitze und Wassermangel kennzeichnen eine Trockenwüste. Der Durst ein ständiger Begleiter. An einem solchen Ort gibt es keine Ablenkung, keine Zerstreuungs- und Spasskultur, dafür gibt es existentiellen Mangel (die Härte der Realität). Die Orientierung und der Durchblick geraten ins Wanken – ein Gefühl, sich mehrmals im Kreis zu drehen. In dieser ungeheuren Weite, wo kein Weg (Ausweg) sich zeigen mag, kann es sehr eng werden und sich elend anfühlen – als wäre man ganz auf sich alleine gestellt.

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Eine Liebeserklärung …

Aus dem Kirchengesangbuch (6 Strophen):

O lieber Jesu, denk ich dein, strömt Glück in meine Seele ein. Doch meine höchste Freude ist, wenn du, o Jesu, bei mir bist.

Kein Lied so sehr zu Herzen dringt, kein Klang, kein Ton so lieblich klingt, kein Name bringt so reichen Lohn als Jesus Christus Gottes Sohn.

Du tröstest den, der Busse tut, gibst dem, der bittet, neuen Mut. Dich suchen nimmt von uns das Leid, dich finden, welche Seligkeit.

Kein Wort, o Jesu, würdig preist, die Güte, die du uns erweist. Nur wer sich ganz in dich versenkt, verspürt, was deine Liebe schenkt.

O Jesu, der uns Freude bringt, Licht, das uns Gottes Liebe zeigt, die alles Sehnen übersteigt.

Du unser Glück in dieser Zeit, du Sonne unserer Ewigkeit, in dir erstrahlt der Gottheit Schein, lass uns mit dir verherrlicht sein.

Während ich dieses jahrhundertealte Lied auf mich wirken lasse, werde ich an ein Buch erinnert: ,Phänomen Nahtod‘ von Walter Meili (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie). Dort erzählt eine Frau (Betty Eadie) von ihrer Nahtoderfahrung:

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Ich glaube, weil es unmöglich ist …

„Credo, quia impossibile.“ Das sagte Tertullian (der christliche lateinische Schriftsteller, Anfang des 3. Jahrhunderts). „Ich glaube, weil es unmöglich ist, solches selbst auszudenken.“ Er meinte damit, wie Gott Geschichte schreibt mit der Geschichte des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Soweit reicht die religiöse Fantasie nicht.

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Das grosse Festessen

Jesus erzählt ein Gleichnis. Einmal gab ein Mann ein Festmahl und lud viele Leute ein. Doch sie kamen nicht, sie waren anderweitig beschäftigt. Der Hausherr wurde zornig, weil sein grosses Herz überfloss. Alle sagen ab und entschuldigen sich. Ein tiefer Schmerz für einen grosszügigen Gastgeber. Doch anstatt sich verbittert in sein Haus zurückzuziehen, öffnet er die Tür seines Hauses noch weiter.

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Die Letzten werden die Ersten sein

Woher kommt eigentlich dieser Satz, den wir wahrscheinlich alle mehr oder weniger öfters schon zu Ohren bekommen haben.

In der Bibel gibt es ein Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Das Erstaunliche an dieser Geschichte: Alle Arbeiter – unabhängig wie lange und wieviel sie an diesem Tag gearbeitet haben – erhalten denselben Lohn. Ist das nicht ungerecht? Dazu kommt noch, dass am Zahlabend diejenigen zuerst belohnt werden, die zuletzt mit der Arbeit angefangen haben – also die Arbeiter mit lediglich einer Stunde Arbeitszeit. Die Letzten kommen also zuerst – die Letzten werden die Ersten sein.

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Liebet eure Feinde

Das Gebot der Feindesliebe steht in engem Zusammenhang mit dem Verzicht auf Vergeltung. Was bedeutet es, den Feind zu lieben? Man darf es sich mit dieser geradezu unerhörten Forderung nicht zu leicht machen. Der Feind ist nicht einfach ein unsympathischer Mensch oder einer, der dich nicht grüsst. Nein, ein Feind ist einer, der einem nach eigenem Besitz, vielleicht sogar nach dem Leben trachtet. Er benutzt seine Macht dazu, andere zu erniedrigen. Ihm soll sein Verhalten nicht nur verziehen werden (das wäre ja schon viel und mehr als genug oder nicht?!). Die Aufforderung, den Feind zu lieben, geht darüber noch weit hinaus. Es geht also nicht einfach um Racheverzicht, sondern um eine „paradoxe Intervention“. In der Feindesliebe geht es darum, den Feind mit der heilvollen Liebesordnung des Gottesreiches zu konfrontieren.

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Gott ist da

Gottes ‚ICH BIN DA‘ in den Worten von Paul Weismantel

In das Dunkel deiner Vergangenheit und in das Ungewisse deiner Zukunft, in den Segen deines Helfens und in das Elend deiner Ohnmacht lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In das Spiel deiner Gefühle und in den Ernst deiner Gedanken, in den Reichtum deines Schweigens und in die Armut deiner Sprache lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In die Fülle deiner Aufgaben und in die Leere deiner Geschäftigkeit, in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und in die Grenzen deiner Begabung lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In das Gelingen deiner Gespräche und in die Langeweile deines Betens, in die Freude deines Erfolges und in den Schmerz deines Versagens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

In die Enge deines Alltags und in die Weite deiner Träume, in die Schwäche deines Verstandes und in die Kraft deines Herzens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA.

Reduce to the max …

… oder von der Kunst das Wesentliche auf den Punkt zu bringen.

Jesus wird von einem Juden gefragt, welches das wichtigste Gebot sei (es gibt mehr als 600 Gebote im Judentum). Wie wird Jesus antworten? Welches Gebot stellt er an den Anfang? Keines! Jesus macht etwas ganz anders. Er bringt das Wesentliche der vielen Gebote auf einen Punkt. Er konzentriert sich auf das Übergeordnete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken! Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ein weiteres ist genauso wichtig: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten gründen sich auf diese beiden Gebote.“ Matthäus 22,37-40.

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Hebräisches Denken

Gerechtigkeit ist im Hebräischen ein Beziehungsbegriff. Wenn Gott gerecht ist, heisst das vor allem, er ist treu. Die scholastische Theologie im frühen Mittelalter hatte damit ein Problem. Sie sagt: Gott ist gnädig, aber er ist auch gerecht. Der Hebräer schüttelt den Kopf und fragt: Wo soll denn da das Problem sein? Dass er gerecht ist, heisst doch, dass er gnädig ist!

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