‘Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?’, hat Jesus am Kreuz im Leiden, im Sterben zu seinem Vater im Himmel gebetet. In Jesus Christus stellt sich Gott auf die Seite der Menschen, die verlassen, verloren sind, unter ihrer Einsamkeit leiden und zugrunde gehen. Er breitet seine Arme aus und umfängt die dunkelsten, einsamsten Menschenorte.
In Jesus dem Verlassenen hat sich Gott alles Leid, allen Schmerz, jedes Sterben zu eigen gemacht. Nicht nur das Menschsein hat Gott sich zu eigen gemacht, sondern auch alles Lebenshindernde und Lebensfeindliche. Jesus nahm nicht nur die Sünde (Gottlosigkeit) auf sich, er wurde zur Sünde gemacht, er wurde gottlos, damit alle Sünde, alle Gottlosigkeit in ihm ein Ende findet. Jesus der Verlassene ist der Berührungspunkt mit jedem Menschen und der ‘Bräutigam des letzten Sünders’. Er ist die ‘schiefe Ebene’, die zu jedem Menschen führt, in welchen Tiefen er sich auch befindet.
Die Präsenz Gottes kommt durch Jesus dem Verlassenen in alles Verlassene und Verlorene hinein und bekleidet es mit dem Mantel seiner Liebe. Jesus wird in dem Verlassenen ‘Gott alles in allem.’ So gibt es keinen Ort mehr auf dieser Welt, wo Gott nicht ist. Er ist der immer und überall Seiende.
