Verwandlung unterscheidet sich von Veränderung. Bei einer Verwandlung geht es darum, dass es etwas so sehr in mir ist, so sehr inwendig ist, dass es mich im Innern erfüllt und nach aussen hin ausstrahlt. Jede Verwandlung wird Veränderung mit sich bringen, aber nicht jede Veränderung zieht eine Verwandlung nach sich.
Veränderungen wirken eher von aussen nach innen. Wenn ich an mir etwas verändern will, dann liegt dem ein Bild zugrunde, dass etwas an mir, etwas in mir nicht gut ist – und dass ich es deswegen verändern will und muss.
Verwandlung ist dagegen ein sanfter Prozess, der von innen nach aussen wirkt. Ich kann nur verwandelt werden – ich kann mich nicht selbst verwandeln. Bei der Veränderung steht das Machen im Vordergrund, bei der Verwandlung ist mein aktiver Teil das Zulassen der Verwandlung, ein organischer Prozess, der etwas mit Wachsen zu tun hat.
Glaube will weniger unsere Veränderung als vielmehr unsere Verwandlung. Es geht um ein Zulassen statt um ein Machen. So sagt Jesus zu seinen Jüngern auch: ‘Bleibt in meiner Liebe!’ Es geht nicht darum, erst etwas zu tun, um von ihm geliebt zu werden, es geht nicht darum, sich erst in seine Liebe hineinzubegeben – wir sind längst in seiner Liebe aufgehoben. Wir brauchen nur darin zu bleiben, uns darum zu bemühen, nicht aus seiner Liebe herauszufallen.
Auf die Forderung, sich verändern zu sollen, reagieren Menschen oft (zu Recht) negativ und mit Trotz. Verwandlung, das ist immer nur Einladung, auf die man ‘Ja’ oder ‘Nein’ sagen kann. Glaube will die Verwandlung unserer selbst, das Eigentliche in mir soll werden, soll wachsen. Gott tut das Eigentliche an mir in seiner Liebe und durch seine Liebe. Liebe verklärt und verwandelt. So wie Gott mich geträumt hat, soll und darf ich sein.
