Der Name Gottes ist Barmherzigkeit

‚Sei dann ein bisschen barmherzig!‘ Vielleicht hast du diesen Zuruf auch schon gehört, wenn es darum ging, jemandem (zum Beispiel den Kindern) nicht mit der Waffe der Strenge zu begegnen, sondern mit dem Heilmittel der Barmherzigkeit.

Im Angesicht der Barmherzigkeit ist es keine Schande erbärmlich zu sein, sondern ein Privileg, weil die Barmherzigkeit die Erbärmlichen sucht. Und auf der anderen Seite sehnt sich ein Erbärmlicher in seinen tiefsten Schichten nach nichts mehr als nach Barmherzigkeit.

Wie kann der oder die Erbärmliche die Barmherzigkeit empfangen? Papst Franziskus äusserte sich einmal so in einem Interview: „Die Arznei ist da, die Heilung ist da, wenn wir nur diesen kleinen Schritt auf Gott zugehen können.“ Als er diesen Satz später nochmals auf sich wirken liess, wollte er dieser Aussage unbedingt etwas beifügen: „ … oder wenn wir zumindest den Wunsch zeigen, auf ihn zuzugehen.“

In dieser ergänzenden Korrektur zeigt sich das Herz des Hirten, der versucht, sich dem barmherzigen Herz Gottes anzuverwandeln und nichts unversucht zu lassen, um dem Erbärmlichen mit Erbarmen zu begegnen. Gott erwartet uns mit offenen Armen, es genügt, wenn wir nur einen kleinen Schritt auf ihn zugehen. Bringen wir aber nicht einmal dazu die Kraft auf, weil wir schwach sind, dann reicht schon der blosse Wunsch.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Sogar wenn der blosse Wunsch fehlt, kann Gottes erbarmendes Herz in mir den Wunsch erzeugen, einen noch so kleinen Schritt auf ihn zuzugehen. Wenn das geschieht, dann jubiliert mein Herz, weil es die Barmherzigkeit Gottes am eigenen Herzen erlebt. Da bleibt kein Millimeter Selbstlob, da bleibt nur ein grosses Gotteslob! Der Name Gottes ist Barmherzigkeit.

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