Wie ist eine Versöhnung möglich, wenn sich Täter und Opfer gegenüberstehen?
Ottmar Fuchs, promovierter Theologe und Professor für Praktische Theologie hat sich mit dieser Frage in seinem Buch ‘Das Jüngste Gericht’ tiefgehend auseinandergesetzt. Also mit der Frage, wie sich Täter und Opfer in Christus, getragen von der unendlichen Liebe Gottes, finden und versöhnen können.
Was geschieht, wenn sich die Täter – durch die Gnade Gottes ermöglichten Reueschmerz – öffnen für die Begegnung mit den Opfern und wenn Christus die Opfer in sein eigenes Opfersein am Kreuz aufnimmt und ihnen genau an dieser Stelle ermöglicht, was er selbst von dort getan hat, nämlich den Tätern zu vergeben? So dass sie darin nicht allein gelassen werden, sondern getragen sind von der in Christus am Kreuz für alle Welt zum Vorschein kommenden Versöhnung, die jetzt alle Macht hat. Vielleicht ist die Versöhnung dann erreicht, wenn die Täter (stellvertretend) die Wunden der Opfer tragen, und die Opfer (stellvertretend) die Wunden (des Reueschmerzes) der Täter.
Weil Jesus entschieden ist, zu vergeben, besteht Hoffnung für alle, für alle Menschen. Überall, wo wir totale Ungerechtigkeit empfinden und erfahren, dürfen wir gleichzeitig auf eine Gerechtigkeit hoffen, die Gott schafft: für alle Opfer und für alle Täter. Gott hat es gefallen, durch Jesus Christus alles zu versöhnen, was im Himmel und auf Erden ist. Wir haben berechtigten Grund zur Hoffnung für alle Opfer und Täter zu allen Zeiten auf der ganzen Welt.
