Reduce to the max …

… oder von der Kunst das Wesentliche auf den Punkt zu bringen.

Jesus wird von einem Juden gefragt, welches das wichtigste Gebot sei (es gibt mehr als 600 Gebote im Judentum). Wie wird Jesus antworten? Welches Gebot stellt er an den Anfang? Keines! Jesus macht etwas ganz anders. Er bringt das Wesentliche der vielen Gebote auf einen Punkt. Er konzentriert sich auf das Übergeordnete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken! Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ein weiteres ist genauso wichtig: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten gründen sich auf diese beiden Gebote.“ Matthäus 22,37-40.

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Hebräisches Denken

Gerechtigkeit ist im Hebräischen ein Beziehungsbegriff. Wenn Gott gerecht ist, heisst das vor allem, er ist treu. Die scholastische Theologie im frühen Mittelalter hatte damit ein Problem. Sie sagt: Gott ist gnädig, aber er ist auch gerecht. Der Hebräer schüttelt den Kopf und fragt: Wo soll denn da das Problem sein? Dass er gerecht ist, heisst doch, dass er gnädig ist!

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Richter und Retter

Wir brauchen einen Richter und einen Retter. Richten und Retten gehören zusammen und entspringen ein und derselben Liebe. Wir brauchen jemanden, der unser Leben ernsthaft nach der Liebe prüft und uns darin rettend (barmherzig) begegnet. Weil Jesus beides (Retter und Richter) in einer Person vereint, haben wir einen barmherzigen Richter. Er richtet gerade und er richtet auf.

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Gott erinnert sich an alles …

Was löst dieser Satz bei dir aus?

(bitte einen Moment darüber nachsinnen)

Früher hätte dieser Satz bei mir primär Furcht ausgelöst: Nichts entgeht Gott! Heute löst er in mir Trost und Zuversicht aus: Nichts entgeht Gott! Im Alter von 21 Jahren hatte ich einen Traum … es fühlte sich auf jeden Fall so an. Doch es war mehr als ein Traum … es war ein ‚Film‘. Halbwach lag ich im Bett und mein bisheriges Leben zog – wie in einem Film – in Bildern an mir vorüber. Es tauchten Geschehnisse auf, die ich längst vergessen hatte – alles war aufgezeichnet … bis ins letzte Detail! Ich dachte mein Leben sei nun vorbei und ich sterbe. Es kam mir sogar vor, dass ich es ‚verdient‘ habe. In mir tobte ein inniger Kampf ums Überleben. Ich hörte mich immer wieder sagen: „Ich möchte leben, nicht sterben!“ Auf einmal erwachte ich – schweissgebadet und unermesslich erleichtert. Ich lebte! Ich konnte es kaum fassen. Da ist jemand, der will, dass ich lebe! Nichts entgeht Gott!

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Hoffnung für alle?

Wie entsteht Glaube? Was hoffen wir? Wie viel vermag die Liebe?

Eine These: Der Glaube ist eine Wirkung der Liebe Gottes und macht der Hoffnung Platz, dass die unbedingte Liebe schlussendlich auch dort ihr Ziel erreicht, wo es nach menschlichem Ermessen unmöglich erscheint. Entsprechend den Worten von Jesus: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!“

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Die erbarmende und rettende Liebe deckt alle Verfehlungen zu

Das Spezifikum der Vergebung besteht – bildhaft gesprochen – darin, dass der Vergebende zwar die Verletzung sieht und spürt, aber zugleich durch die Tat hindurch den Menschen ansieht und ihn von seinen Verfehlungen unterscheidet. Der Mensch, der vergibt, nimmt die Verfehlung nicht weniger ernst als der, der vergilt oder nachträgt, aber er unterscheidet zwischen der Verfehlung und dem, von dem sie ausging, und lässt die Beziehung zu dem Menschen für sich wichtiger sein als die Beziehung zu der Verfehlung.

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Wenn Gott in uns wohnt …

Wenn Gott durch Christus in uns wohnt, gibt es nichts, was nicht von ihm berührt wird. Dort ist in uns ein Raum, der dem Zutritt von Menschen verwehrt ist und wo der Lärm der Welt keinen Zutritt hat. Dieser Raum ist heilig, weil er von Gott bewohnt ist. Und dort, wo Gott in uns wohnt, können wir ganz uns selbst sein. Dort erkennen wir, wer wir sind. Dort kommen wir in Berührung mit dem Heiligen und Heilen in uns.

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Wo wohnt Gott?

Für die Juden war der Tempel der Ort, an dem Gott wohnte. Doch Gott wollte mehr. Er wollte ganz nah beim Menschen sein. Was hat er sich dazu ausgedacht? Er wurde Mensch! Er wurde Mensch, um im Menschen zu wohnen. Wohnen ist etwas Bleibendes. Das geschah erstmals durch seinen Sohn Jesus Christus im Bauch eines Menschen. Dieser Gott hat keine Berührungsängste. Er taucht ganz in den Menschen hinein. Er nimmt Wohnung in Maria. Er wächst in Maria und kommt durch sie zur Welt – zu unserer Welt, in seine Welt. Gott wird Mensch durch einen Menschen.

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